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Abteilung Finanzen und Buchhaltung

KI in Buchhaltung und Controlling: prüfen statt abtippen

Buchhaltung besteht zu einem großen Teil aus wiederkehrenden Schritten: Beleg erfassen, kontieren, abgleichen, nachfragen. KI übernimmt viele davon. Aus der Arbeit am Beleg wird die Arbeit an der Prüfung.

Buchhaltung mit Taschenrechner und Unterlagen
25 %der Unternehmen mit KI setzen sie im Bereich „Controlling und Rechnungswesen“ ein.Bitkom, 14.09.2026

Wer in der Buchhaltung arbeitet, verbringt viel Zeit mit Dingen, die niemanden erfüllen: Belege abtippen, Zahlungen zuordnen, fehlenden Unterlagen hinterherlaufen.

Genau diese Schritte übernimmt KI heute zuverlässig. Die Menschen in der Buchhaltung rücken dahin, wo sie unersetzlich sind: prüfen, klären, auswerten und die Geschäftsführung beraten.

Wofür KI im Bereich Finanzen und Buchhaltung heute taugt

Belege auslesen und vorkontieren

Eingangsrechnungen werden per Mail oder Scan erfasst, die KI liest Lieferant, Beträge, Steuersätze und Leistungszeitraum und schlägt das Konto vor. Die Buchhaltung prüft und bestätigt, statt abzutippen.

Aufwand: gering bis mittelWerkzeuge: DATEV, Lexware und andere mit eigener Belegerkennung; Mistral OCR für eigene Lösungen

Kontoauszüge abgleichen

Zahlungseingänge werden offenen Posten zugeordnet, auch wenn der Verwendungszweck unvollständig ist. Was nicht passt, landet mit Begründung auf einer kurzen Liste.

Aufwand: mittel

Monatsbericht in Sätzen

Aus BWA und Summen- und Saldenliste entsteht ein Bericht, der erklärt, was sich verändert hat und warum, verständlich auch für die, die keine Zahlen lieben.

Aufwand: gering

Abweichungen früh erkennen

Die KI vergleicht Ist und Plan, Vorjahr und Vormonat und meldet ungewöhnliche Buchungen, doppelte Rechnungen oder Kostenarten, die aus dem Ruder laufen.

Aufwand: mittel

Fragen an die Zahlen

Statt eine Auswertung zu bestellen, fragt die Geschäftsführung direkt: Wie hat sich der Deckungsbeitrag der drei größten Kunden entwickelt? Die KI rechnet und zeigt den Rechenweg.

Aufwand: mittel

Schon umgesetzt

So sieht das in echten Projekten aus. Alle Fälle stehen auf der Zeitleiste der Anwendungsfälle.

Worauf Sie achten müssen

  • Die Verantwortung für die Buchung bleibt beim Menschen. Die Pflichten aus den GoBD gelten unverändert, auch wenn eine KI vorkontiert.
  • Stichproben, besonders bei Steuersätzen. Ausleseprogramme sind sehr gut, aber nicht fehlerfrei. Ein fester Prüfschritt gehört in den Ablauf.
  • Rechnen ist nicht die Stärke von Sprachmodellen. Für Berechnungen sollte die KI ein Rechenwerkzeug nutzen und den Weg zeigen, nicht im Kopf rechnen.
  • Finanzdaten sind vertraulich. Nur Werkzeuge mit Auftragsverarbeitungsvertrag und, wo möglich, Datenhaltung in der EU.

Ein guter erster Schritt

Fragen Sie Ihren Steuerberater und den Anbieter Ihrer Buchhaltungssoftware, welche KI-Funktionen bereits enthalten sind. Oft ist die Belegerkennung schon bezahlt und wird nur nicht genutzt. Danach lohnt der Blick auf die Abläufe, die Ihr Programm nicht abdeckt.

Häufige Fragen

Fallen durch KI Stellen in der Buchhaltung weg?

Die Arbeit verändert sich: weniger Erfassen, mehr Prüfen, Klären und Auswerten. In vielen Unternehmen fehlen ohnehin Fachkräfte in der Buchhaltung. KI hilft, die Arbeit mit dem vorhandenen Team zu schaffen.

Kann KI eine Steuererklärung oder einen Jahresabschluss erstellen?

Sie kann Vorarbeiten erledigen und Unterlagen aufbereiten. Die fachliche und rechtliche Verantwortung liegt weiter bei Buchhaltung, Steuerberatung und Geschäftsführung.