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Die großen KI-Anbieter im Porträt

Wer steckt hinter ChatGPT, Claude, Gemini, Copilot und Le Chat? Gründung, Köpfe, Herkunft und was das für Ihre Daten bedeutet. Stand Oktober 2026.

OpenAI

Gegründet
2015
Sitz
San Francisco, USA
An der Spitze
Sam Altman (CEO)
Bekannt für
ChatGPT, GPT-Modelle, Codex, Sora

OpenAI wurde im Dezember 2015 als gemeinnützige Forschungsorganisation gegründet, unter anderem von Sam Altman, Greg Brockman, Ilya Sutskever und Elon Musk, der den Vorstand 2018 verließ. Microsoft ist seit 2019 der wichtigste Geldgeber und Partner. Mit ChatGPT, veröffentlicht am 30. November 2022, begann der Durchbruch der generativen KI in der Breite. 2025 hat OpenAI seine Struktur neu geordnet: Eine gemeinnützige Stiftung kontrolliert ein gewinnorientiertes Unternehmen.

Für Ihr Unternehmen: Der bekannteste Name und für viele Mitarbeitende der Einstieg. Für Firmendaten nur in den Tarifen Business oder Enterprise oder über die API nutzen, dort gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag, und Eingaben werden laut Anbieter nicht zum Training verwendet. Seit 2025 gibt es mit gpt-oss auch offene Modelle für den eigenen Betrieb.

Anthropic

Gegründet
2021
Sitz
San Francisco, USA
An der Spitze
Dario Amodei (CEO), Daniela Amodei (Präsidentin)
Bekannt für
Claude, Claude Code

Anthropic wurde 2021 von ehemaligen OpenAI-Forschenden gegründet, darunter die Geschwister Dario und Daniela Amodei. Das Unternehmen ist als Public Benefit Corporation organisiert, also mit festgeschriebenem Gemeinwohlzweck, und stellt Sicherheit ausdrücklich in den Mittelpunkt seiner Forschung. Große Geldgeber sind Amazon und Google. Die Modelle heißen Claude, nach dem Informationstheoretiker Claude Shannon.

Für Ihr Unternehmen: Claude gilt als besonders stark beim Programmieren, beim Arbeiten mit langen Dokumenten und beim Automatisieren von Abläufen mit Agenten. Für Unternehmen gibt es Team- und Enterprise-Tarife sowie die API, jeweils mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung.

Google DeepMind

Gegründet
2010 (DeepMind), seit 2023 Google DeepMind
Sitz
London, Großbritannien; Mutterkonzern Alphabet, Mountain View, USA
An der Spitze
Demis Hassabis (CEO Google DeepMind), Sundar Pichai (CEO Alphabet)
Bekannt für
Gemini, Gemini in Google Workspace, AlphaFold

DeepMind wurde 2010 in London von Demis Hassabis, Shane Legg und Mustafa Suleyman gegründet und 2014 von Google übernommen. 2016 schlug das Programm AlphaGo den Weltklassespieler Lee Sedol im Brettspiel Go. Für AlphaFold, das die Struktur von Proteinen vorhersagt, erhielten Hassabis und John Jumper 2024 den Nobelpreis für Chemie. 2023 wurden DeepMind und Google Brain zu Google DeepMind zusammengelegt. Der Transformer, die Grundlage aller heutigen Sprachmodelle, stammt aus Googles Forschung.

Für Ihr Unternehmen: Naheliegend für Unternehmen, die mit Google Workspace arbeiten: Gemini steckt dann direkt in Gmail, Docs und Drive. Datenschutz und Datenstandort richten sich nach Ihrem Workspace-Vertrag.

Microsoft

Gegründet
1975
Sitz
Redmond, USA
An der Spitze
Satya Nadella (CEO), Mustafa Suleyman (Leiter Microsoft AI)
Bekannt für
Microsoft 365 Copilot, Copilot, Azure OpenAI, GitHub Copilot

Microsoft entwickelt kaum eigene Spitzenmodelle für den Massenmarkt, sondern hat früh und mit Milliarden auf OpenAI gesetzt und dessen Modelle in Windows, Office, Teams und die Cloud Azure eingebaut. Seit 2024 baut Microsoft unter Mustafa Suleyman, einem der DeepMind-Gründer, zusätzlich eigene Modelle.

Für Ihr Unternehmen: In vielen Unternehmen ist Microsoft 365 schon da, Copilot ist dann der kürzeste Weg. Er sieht alles, was der jeweilige Nutzer sehen darf. Wer Copilot einführt, sollte vorher Berechtigungen und Ablagestruktur aufräumen. Microsoft bietet die EU Data Boundary, also Datenverarbeitung innerhalb der EU.

Mistral AI

Gegründet
2023
Sitz
Paris, Frankreich
An der Spitze
Arthur Mensch (CEO)
Bekannt für
Le Chat, Mistral-Modelle, Mistral OCR, Codestral

Mistral AI wurde im April 2023 von Arthur Mensch, Guillaume Lample und Timothée Lacroix gegründet, die zuvor bei Google DeepMind und Meta geforscht hatten. Das Unternehmen veröffentlicht einen Teil seiner Modelle offen und gilt als wichtigster europäischer Anbieter. 2025 beteiligte sich der niederländische Halbleiterausrüster ASML als größter Investor einer Finanzierungsrunde.

Für Ihr Unternehmen: Die europäische Option: Sitz in der EU, Verträge nach europäischem Recht, offene Modelle für den eigenen Betrieb. Besonders gut im Auslesen von Dokumenten, etwa Rechnungen, Formulare und gescannte PDFs, mit Mistral OCR.

Meta

Gegründet
2004
Sitz
Menlo Park, USA
An der Spitze
Mark Zuckerberg (CEO)
Bekannt für
Llama-Modelle, Meta AI

Meta, der Konzern hinter Facebook, Instagram und WhatsApp, hat mit Llama ab 2023 die bekanntesten offenen Sprachmodelle veröffentlicht. Damit wurde es für Unternehmen erstmals realistisch, ein leistungsfähiges Modell auf eigener Hardware zu betreiben. 2025 hat Meta seine KI-Forschung neu aufgestellt und massiv in Personal und Rechenzentren investiert.

Für Ihr Unternehmen: Llama ist ein häufiger Ausgangspunkt für lokale KI. Die Lizenz ist offen, aber nicht ganz frei; vor gewerblicher Nutzung die Lizenzbedingungen prüfen.

DeepSeek

Gegründet
2023
Sitz
Hangzhou, China
An der Spitze
Liang Wenfeng (Gründer und CEO)
Bekannt für
DeepSeek-Modelle (V3, R1 und Nachfolger), DeepSeek-App

DeepSeek ging aus dem Umfeld des chinesischen Hedgefonds High-Flyer hervor. Im Januar 2025 sorgte das offene Modell R1 weltweit für Aufsehen, weil es mit deutlich weniger Rechenaufwand an die Spitzenmodelle aus den USA heranreichte. An den Börsen verloren Chiphersteller daraufhin kurzfristig stark an Wert.

Für Ihr Unternehmen: Die App und die Cloud-Dienste speichern Daten laut Anbieter in China; europäische Datenschutzbehörden haben das beanstandet, die Berliner Datenschutzbeauftragte hat die App 2025 bei Apple und Google als rechtswidrig gemeldet. Für Firmendaten deshalb nicht über die App nutzen. Die offenen Modelle lassen sich dagegen lokal betreiben, ohne dass Daten nach China fließen.