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Abteilung Produktion und Technik

KI in der Produktion: was in der Halle heute schon funktioniert

In der Produktion war KI schon da, bevor es ChatGPT gab: Kameras prüfen Bauteile, Sensoren melden Verschleiß. Neu ist, dass KI jetzt auch das Wissen rund um die Maschine zugänglich macht.

Maschinenbediener an der Steuerung einer CNC-Maschine
22 %der Unternehmen mit KI setzen sie im Bereich „Produktion“ ein.Bitkom, 14.09.2026

In der Produktion hat KI eine lange Geschichte. Bilderkennung und Datenanalyse sind dort seit Jahren im Einsatz, oft eingebaut in Anlagen und Software.

Mit den Sprachmodellen kommt etwas Neues dazu: Das Wissen rund um die Maschine wird zugänglich. Handbücher, Störungsprotokolle und das Erfahrungswissen der Instandhaltung lassen sich befragen, an der Anlage, in der Sprache der Schicht.

Wofür KI im Bereich Produktion und Technik heute taugt

Vorausschauende Wartung

Sensordaten zu Temperatur, Vibration oder Stromaufnahme zeigen Verschleiß, bevor ein Teil ausfällt. Wartung wird planbar, ungeplanter Stillstand seltener.

Aufwand: hoch

Qualitäts­prüfung per Kamera

Bilderkennung prüft Oberflächen, Maße oder Vollständigkeit schneller und gleichmäßiger als das menschliche Auge und sortiert fehlerhafte Teile aus.

Aufwand: mittel bis hoch

Wissen an der Maschine

Wer an der Anlage steht, fragt eine KI, die Handbücher, Störungsprotokolle und das Erfahrungswissen der Instandhaltung kennt: Was bedeutet Fehler 47, und was hat beim letzten Mal geholfen?

Aufwand: mittel

Produktions­planung

Aufträge, Maschinenkapazitäten und Materialverfügbarkeit werden gegeneinander abgewogen, die KI schlägt Reihenfolgen vor und zeigt die Folgen einer Eilbestellung.

Aufwand: hoch

Dokumentation und Schichtübergabe

Aus kurzen Sprachnotizen entsteht ein sauberes Schichtprotokoll, das die nächste Schicht in einer Minute erfasst.

Aufwand: gering

Schon umgesetzt

So sieht das in echten Projekten aus. Alle Fälle stehen auf der Zeitleiste der Anwendungsfälle.

Worauf Sie achten müssen

  • KI in Maschinen ist reguliert. KI als Sicherheitsbauteil in Maschinen fällt unter Anhang I des AI Act und die Maschinenverordnung; die Hochrisiko-Pflichten gelten dafür ab dem 2. August 2028.
  • Daten brauchen Vorlauf. Für vorausschauende Wartung braucht es Messdaten über längere Zeit, auch von Ausfällen.
  • Erfahrungswissen sichern, bevor es geht. Die wertvollsten Informationen stehen oft in keinem Handbuch, sondern in den Köpfen erfahrener Kolleginnen und Kollegen.

Ein guter erster Schritt

Beginnen Sie mit dem Wissen, nicht mit den Sensoren. Sammeln Sie Handbücher und Störungsprotokolle einer wichtigen Anlage und machen Sie sie per KI befragbar. Das ist schnell umgesetzt, und die Schicht merkt sofort den Unterschied.